Lauflernschuhe im Test – kleine Füße sicher unterwegs

LD/ Januar 15, 2020/ Schuhe/ 0Kommentare

Endlich kann euer Kleines laufen. Für den Einstieg ins Gehen gibt es eine große Auswahl an Lauflernschuhen. Wir geben euch hier einige Tipps, was ihr beim Kauf beachten müsst. Zuerst aber wollen wir aufklären, was Lauflernschuhe sind.

Lauflernschuh oder Krabbelschuh

Eines gleich vorweg, es müssen nicht sofort Lauflernschuhe besorgt werden, nur weil euer Nachwuchs die ersten zwei unsicheren Schritte gemacht hat. Für das erste Ausprobieren in den eigenen vier Wänden empfiehlt es sich, euer Kind erst einmal barfuß experimentieren zu lassen. So haben sie den perfekten Bodenkontakt und spüren sich am besten.

Auch Krabbelschuhe – vorzugsweise aus Leder – eignen sich hervorragend für die ersten Gehübungen, da die aufgeraute Sohle guten Bodenhalt bietet, sie die Füße schützen und sich die Kleinen daran gewöhnen, beim Gehen Schuhe zu tragen. Von Strümpfen, oder sogenannten Anti-Rutsch-Socken würden wir eher abraten, da diese gerade bei unsicheren Schritten ein Verletzungsrisiko durch Ausrutschen darstellen.

Nicht alles was euch als Lauflernschuh verkauft wird ist auch wirklich einer. Oft werden Krabbelschuhe als Lauflernschuhe bezeichnet. Krabbelschuhe sind aber üblicherweise aus einem weichen Material, sitzen eher lose und sind eher für drinnen gedacht.

Lauflernschuhe hingegen sind eindeutig für draußen. Das Design ähnelt normalen Kinderschuhen. Allerdings gibt es einige wichtige Merkmale von Lauflernschuhen, auf die wir weiter unten noch ausführlicher eingehen:

  • Flexible Sohle
  • Guter Halt
  • Ausreichend Platz
  • Bequem aber formstabil

Während Krabbelschuhe, wie bereits erwähnt, durchaus zum Laufenlernen geeignet sind, ist Vorsicht geboten, wenn ihr normale Kinderschuhe kauft. Vor allem durch eine zu feste Sohle lernen die Kinder nicht richtig gehen und können sogar gesundheitliche Schäden am gesamten Bewegungsapparat davontragen.

“Gute Lauflernschuhe müssen dem Kinderfuß ermöglichen, sich natürlich zu entwickeln!”

 

Worauf ihr achten müsst:

Flexible Sohle

Das erste und wichtigste, worauf ihr bei Lauflernschuhen achten müsst, ist eine weiche Sohle. Diese sollte beweglich sein, damit sie sich dem Kinderfuß gut anpassen kann. Gleichzeitig muss sie aber fest genug sein, um Schutz vor Verletzungen zu bieten. Hier zeigt sich, dass Krabbelschuhe nicht ideal für draußen sind, da, zum Beispiel, Kieselsteine durch die dünne Sohle unangenehm zu spüren sind.

Der Hauptgrund für eine möglichst weiche Sohle ist, das richtige Abrollen des Fußes über den Fußballen. Eure Kinder müssen dies erst erlernen und nur mit möglichst barfuß-ähnlichen Sohlen ist das möglich.

Guter Halt und viel Platz

Laufen lernen ist schwer, mit Schuhen laufen lernen schwerer. Deshalb müssen Lauflernschuhe perfekt sitzen. Lauflerner dürfen nicht zu locker aber auch nicht zu eng sein. Leder Lauflernschuhe empfehlen sich hier besonders, da Leder ein stabiles aber dennoch angenehmes Material ist, dass sich dem Fuß mit der Zeit perfekt anpasst. Selbstverständlich gibt es auch tolle Lauflernschuhe aus Stoff oder Kombinationen von Materialien – vielleicht wollt ihr ja lieber vegane Schuhe. Wichtig ist, dass die Schuhe nicht drücken, oder einengen. Die Füße müssen vor allem vorne noch genügend Freiraum haben.

Das ist schwierig für jemand anderen zu entscheiden, deshalb solltet ihr in ein Fachgeschäft gehen und euch beraten lassen. Verlasst euch aber auch ein wenig auf eure Kinder: Wenn sie sich weigern ein Paar anzuziehen oder länger zu tragen, passt etwas nicht, selbst wenn es der schönste und teuerste Schuh von Adidas oder Nike ist.

Nehmt euch ausreichend Zeit, die Schuhe mit euren Kindern anzuprobieren und lasst sie unzählige Runden im Laden drehen. Da Kinderfüße empfindlicher sind, sollten Druckstellen schneller zu sehen sein. Zieht ihnen die Schuhe auch für längere Zeit zuhause an, so könnt ihr sie “testfahren” und gegebenenfalls noch umtauschen – vor allem wenn ihr sie online bestellt habt.

Schnürsenkel oder Klettverschluss

Gleich vorweg, eure Kinder werden die Verschlüsse immer wieder aufmachen und ausziehen, egal welche Lauflernschuhe ihr kauft. In dem Alter, in dem eure Kleinen zu laufen beginnen, haben sie einfach schon die Fingerfertigkeit, um mit allen möglichen Verschlüssen fertig zu werden. Mit Schuhen spielen macht eben Spaß, vor allem bei langweiligen Autofahrten.

Wir empfehlen euch am ehesten Klettverschlüsse. Diese sind zwar einfach zu öffnen, aber auch genauso schnell wieder geschlossen. Schnürsenkel mögen euch gut gefallen, aber das ständige neu Binden, kann schon nervig werden. Hinzu kommt auch, dass eure Kleinen die Bänder sicher nicht fein säuberlich öffnen sondern hübsch verknoten werden.

Super praktisch sind auch Lauflerner mit Reißverschluss. Zumeist ist er an der Seite und vorne sind Schnürelemente, achtet also darauf, dass diese nicht geöffnet werden können. Am schwierigsten zu öffnen sind vermutlich Schnallen, aber auch diese haben gegen ein willensstarkes Kind auf lange Sicht keine Chance.

Lauflernschuhe Test

Nochmal kurz zusammengefasst könnt ihr neue Lauflernschuhe testen, indem ihr folgende Schritte durchführt:

1. Sohlentest: Stellt einen Schuh auf eure flache Hand und versucht sie zu schließen, gelingt das leicht, ist die Sohle weich genug.

2. Sitztest: Zieht eurem Kind den Schuh an. Zieht nun vorsichtig daran. Der Schuh sollte sich zwar ein paar Millimeter bewegen, aber sich nicht ausziehen lassen.

3. Zehentest: Wenn die Ferse hinten auf Anschlag ist, muss vorne ungefähr eine Daumenbreite (eures Kindes) Platz sein, um das Abrollen zu ermöglichen.

4. Lauftest: Lasst euer Kind lange mit dem Schuh herumlaufen und untersucht die Füße auf Druckstellen.

Was ihr außerdem bedenken solltet:

Schadstoffe im Schuh

Leider kommt es immer wieder vor, dass bei Kinderschuhen Schadstoffe enthalten sind und sogar gesetzliche Höchstwerte überschreiten. Beim Öko-Test 2016 wurden in sämtlichen getesteten Schuhen gesundheitsschädliche und sogar krebserregende Stoffe wie Arsen, Chrom und Blei gefunden.

Da bekommt man es als Elternteil mit der Angst zu tun. Wir können nur hoffen, dass die Hersteller inzwischen reagiert haben. Aber auch bei einem Sandalentest aus 2018 wurden noch in einigen Schuhen Schadstoffe nachgewiesen. Ein guter Tipp ist jedenfalls, euren Kindern immer Strümpfe anzuziehen, wenn sie Schuhe tragen.

Eine alternative Möglichkeit sind biologische Schuhe, diese sind zwar etwas teurer, aber ihr könnt beruhigt sein, dass sie unbelastet sind. Außerdem ist die Qualität von Bio-Produkten grundsätzlich sehr gut. Inzwischen gibt es auch schon viele verschiedene Marken und Modelle.

Marke oder No-Name

Qualität hat ihren Preis, das gilt auch bei Kinderschuhen. Gerade für die leicht formbaren Füße eurer Kleinen empfehlen wir euch daher auf gute Verarbeitung und hochwertige Materialien zu achten. Egal ob ihr für Jungen oder Mädchen Lauflernschuhe sucht, es gibt von vielen verschiedenen Marken sehr gute Modelle. Wir raten euch aber eher zu Herstellern, die sich auf Kinderschuhe spezialisiert haben.

Marken für Kinder Lauflernschuhe mit denen ihr sicher gut beraten seid:

  • Richter
  • Superfit
  • Elefanten
  • GEOX
  • Ricosta Pepino
  • Bama

Gute Öko-Marken, die sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht haben:

  • Hobea
  • Pololo
  • Anna und Paul
  • Ocra

Neu oder gebraucht?

Neue Schuhe sind teuer und Kinderfüße wachsen schnell. Da ist es für manche eine Überlegung wert, Kinderschuhe gebraucht zu kaufen. Auf diversen Plattformen findet ihr gebrauchte Markenschuhe um einen Bruchteil des Originalpreises.

Gegen gebrauchtes Schuhwerk spricht, dass jeder Mensch seine eigene Art zu Gehen hat und somit seine Schuhe auf eine bestimmte Art eingelaufen sind. Kauft ihr nun Schuhe von jemandem mit einer Fußfehlstellung, könnten eure Kinder diese übernehmen.

Andererseits wachsen Kinderfüße schnell und so schnell werden Lauflerner nicht ausgetreten. Wenn ihr euch also für gebrauchte Schuhe entscheidet, seht sie euch genau an, ob sie einseitig abgelaufen sind und informiert euch wie lange die Schuhe getragen wurden.

Ein guter Tipp für billige Lauflernschuhe sind Sales. Hier könnt ihr tolle Vorjahresmodelle zu günstigen Preisen ergattern. Wenn es also nicht das neueste Modell sein muss, könnt ihr sie auch schon eine Nummer größer kaufen und für später aufbewahren.

Für Sommer…

Es erscheint euch vielleicht selbstverständlich, aber wir erwähnen es trotzdem: Achtet im Sommer auf atmungsaktive Schuhe. Schwitzende, nasse Füße sind nicht nur unangenehm, die empfindliche Kinderhaut weicht sich auf und Reibungsstellen können die Folge sein. Am besten seht ihr euch nach guten Lauflernsandalen um, denn diese bieten neben der Belüftung auch guten Halt.

…und Winter

Analog gilt natürlich für den Winter, dass sich die Kleinen ihre Zehen nicht abfrieren sollen. Daher empfehlen wir euch gefütterte Lauflernschuhe. Besonders für erste Erkundungen im Schnee und Matsch müssen sie auch wasserdicht sein. Gerade bei Winterschuhen seid ihr vielleicht versucht möglichst stabil wirkende Schuhe zu kaufen, denkt aber auch hier an die flexible Sohle.

Ab wann trägt man Lauflernschuhe?

Grundsätzlich machen auch schon Baby Lauflernschuhe Sinn. Euer Nachwuchs muss nicht frei gehen können, es reicht schon, wenn sie gerne an der Hand gehen. Für gemeinsame Spaziergänge im Freien brauchen sie dann bereits Schuhe. Besonders hierfür sind Lauflernschuhe ein Muss, um nicht vor dem eigentlichen Gehenlernen falsche Bewegungen abzuspeichern.

Umstieg auf “richtige” Schuhe

Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt, an dem ihr festes Schuhwerk anziehen müsst. Es schadet den Kinderfüßen nicht, wenn sie länger mit Lauflernschuhen herumhüpfen. Immerhin zeigen Studien, dass ein Schuh umso besser für den Bewegungsapparat ist, je näher er dem Barfußgehen kommt.
Daraus ergibt sich, dass ihr nicht zu früh auf “richtige” Schuhe umsteigen sollt, sondern den Kinderfüßen Zeit lasst, sich natürlich zu entwickeln. Sobald sie sicher und gut laufen können haben sie auch keine Probleme mit anderen Schuhen.

Fazit

Lauflernschuhe sind sinnvolle Wegbegleiter für die ersten Schritte eurer Kinder. Lasst euch genügend Zeit bei der Auswahl und achtet vor allem auf eine flexible Sohle, die eine möglichst natürliche Bewegung erlaubt.

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