LD/ März 8, 2019/ Wissenswertes/ 0Kommentare

Da wir von Schuhe Die Gesund Machen schon seit langer Zeit sehr gut mit Amazon zusammenarbeiten, möchten wir es nicht missen, an dieser Stelle ein paar Worte über unseren zuverlässigen Partner aus den Vereinigten Staaten zu verlieren – auch um eine Lanze für Amazon zu brechen.

Die Firma Amazon war in den vergangenen Jahren häufig in den Medien. In den allermeisten Fällen wird über Amazon in einem positiven Kontext berichtet. Zum Beispiel wenn die Umsätze und Gewinne mal wieder sprudeln oder ein neues Geschäftsfeld eingeführt wird wie kürzlich Amazon Fresh.

Ab und an gab es aber auch Negatives über den Tech-Giganten zu lesen und hören. Das hatte dann meist mit Amazons Umgang mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern zu tun. So hat beispielsweise der Buchverlag chsbooks.de 2013 einen offenen Brief an Jeff Bezos, den Amazon CEO geschrieben, in dem die Beendigung jeglicher Geschäftsbeziehungen verkündet und erklärt wird.

Wir haben diesen offenen Brief des Verlags, der damals unter der Überschrift “Adieu Amazon” für viel Wirbel und Aufruhr gesorgt hat, hier nochmal im Originaltext für Sie abgedruckt:

 

Lieber Jeff Bezos,

heute nehmen wir Abschied, wir kündigen unsere Zulieferer- wie auch Kundenkonten. Mit sofortiger Wirkung. Ohne Wenn und Aber und mit allen Konsequenzen.

Seit Jahren ist es uns als Verlag ein Dorn im Auge, dass Sie an kleine Zulieferer wie uns überzogene Rabattforderungen von 55% stellen. Nein, es muss ja, um mit dem Buchpreisbindungsgesetz konform zu sein, heißen: 50% Rabatt plus 5% Lagerkosten. Dass aber Waren, die nachweislich Durchlaufposten sind, auch ohne Lagerung diese 5% zusätzlichen Kosten verursachen, war uns schon immer unverständlich.

Auch haben wir akzeptiert, dass Sie mit luftigen Buchungstricks bei der Umsatzsteuer Ihren Gewinn maximieren; dass Sie von kleinen Zulieferern verlangen, Rechnungen zu stellen, die dann ins EU-Ausland versandt werden müssen; dass Sie sich vertraglich einen unglaublichen Skontorahmen einräumen lassen. Dass neue, frisch angelieferte Titel in Ihrem eigenen „Marketplace“-Anbieterkonto als Mängelexemplare auftauchen. Und dass Sie Kommissionswaren remittieren, die Sie nicht pfleglich behandelt haben und diese somit vom weiteren Verkauf ausgeschlossen sind.

Dass Sie Ihre Marktmacht gegenüber Ihren „Partnern“ rigoros ausnutzen, sollte wohl jedem klar sein: Lebendig erinnern wir uns an Ihre Aktion gegenüber den „Independent Publishers“ in Ihrem Heimatland, wo Sie neue Konditionen diktierten. Wer nicht mitzog, der wurde einfach ausgelistet, dessen Bücher waren urplötzlich nicht mehr verfügbar.

Aber, das haben wir hingenommen, zwar nicht ganz freiwillig, denn will ein Kleinverlag von Endkunden wahrgenommen werden, ist es zwangsläufig verpflichtend, bei Ihnen gelistet zu sein. Amazon macht sichtbar, und wer nicht bei Ihnen gelistet ist, der ist bei Endkunden auch nicht „seriös“ – oder: Was es bei amazon.de nicht gibt, gibt’s nirgends.

Wirtschaftlich trägt sich Ihr Geschäftsmodell für uns nicht. Hat es im übrigens noch nie. Zu überzogen sind Ihre Forderungen, wir fühlen uns nicht als Partner behandelt, sondern als Bittsteller, der bitte, bitte, bitte seine Bücher über Ihre Plattform vertreiben darf und zwar zu Konditionen und Verträgen, die Sie diktieren.

Nun aber bringt die aktuelle Berichterstattung das Fass zum Überlaufen: Sie behandeln Menschen wie Ware. Menschen, die in eine Notlage geraten sind, die Arbeit dringend brauchen. Diese Menschen, Ihre Arbeitnehmer, Ihr „Humankapital“ behandeln Sie mit genauso unfairen Praktiken, die Sie schon uns haben angedeihen lassen.

Auf eine Wiederholung der Vorwürfe verzichten wir an dieser Stelle, stehen diese noch im Raum und sind aufmerksamen Zeitgenossen durchaus in lebendiger Erinnerung.

Aber als Ergänzung sei hinzugefügt, dass unsere Ansprechpartner ebenfalls größtenteils nicht in Deutschland sitzen, sondern – so unser Verdacht – in Indien. Wie wohl hier die Menschen behandelt werden? Menschen, denen ein Staat weniger Schutz und Rechte gibt, als auf unserem europäischen Boden.

Respektvolles Wirtschaften, faire Umgangsformen und gegenseitige Rücksichtnahme in einer Geschäftsbeziehung halten wir für unabdingbar. Egal, ob es dabei um Kunden, Mitarbeiter, Zulieferer und Vertriebspartner geht.
Sie sind, waren es nie und werden es auch wohl zukünftig nicht werden: ein Unternehmen, das Menschen wie Menschen, das Verlage wie Partner, das Kunden wie Könige und Kaiser behandelt. Ein Unternehmen, welches sich u.a. dem Kulturgut „Buch“ verschreibt und soziale und ethische Grundsätze beachtet.

Wir können daher nur unsere Konsequenzen ziehen und sagen „Adieu!“. 
Und eigentlich sind wir froh darüber, einen so schwierigen Geschäftspartner los zu sein.

Mit freundlichen Grüßen,

Christopher Schroer

P.S. Allen unseren Lesern sei an dieser Stelle gesagt: Unsere Titel gibt es in jeder Buchhandlung. Schauen Sie mal wieder hinein, dort begegnen Ihnen Menschen mit einem Lächeln und einem guten Buch.

 

Das waren die Worte des Verlegers Christopher Schroer, mit denen er sich vom amerikanischen Weltkonzern verabschiedet hat.

 

Wir müssen an der Stelle jedoch auch sehen, dass Amazon sich durchaus gebessert hat.

 

Hallo neues Amazon!

Mittlerweile legt Amazon großen Wert auf soziale Verantwortung & Nachhaltigkeit und baut seine CSR – Corporate Social Responsibility – immer mehr und immer glaubwürdiger aus.

So hat Amazon im Jahr 2014 – man könnte also meinen als Reaktion auf den offenen Brief des Verlags – eine Managerin eigens für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung eingesetzt.

Wie unter https://research-methodology.net/amazon-corporate-social-responsibility/ nachzulesen ist, engagiert sich Amazon unter anderem in folgenden CSR Projekten:

  • Unterstützung von Local Communities
  • Förderung und Weiterbildung von Arbeitern
  • Saubere Energiegewinnung
  • Recycling und Müllreduktion

Als weiterer wichtiger Punkt wird auch die Verbesserung der Verpackungen in puncto Umweltverträglichkeit genannt.

Wir sehen also, dass Amazon seit 2013 eine Menge dazugelernt hat!

 

Des Weiteren ist zu erwähnen, dass Amazon gleichzeitig auch Betreiber eines der größten Affiliate Netzwerke ist. Mit dem Amazon PartnerNet bieten sie Bloggern und anderen Webseitenbetreibern die Möglichkeit, sich einen Nebenverdienst zu erwirtschaften, indem Produkte rezensiert werden, die über Amazon erhältlich sind – wie bei uns von Schuhe Die Gesund Machen eben unsere gesunden Schuhe.

Auf diese Weite hat Amazon dazu beigetragen, dass sich viele kleine, selbstständige Existenzen gründen konnten. Ein weiterer Beleg dafür, dass es Amazon nicht nur um den eigenen Profit geht, sondern dass Sie durchaus auch bereit sind, ihren Erfolg mit anderen zu teilen.

Viele dieser Blogger – sogenannte Publisher – die mit Amazon kooperieren, berichten von einer sehr vertrauensvollen, wertschätzenden und fairen Zusammenarbeit mit dem Internet-Riesen.

Ein weiterer extrem positiver Aspekt ist das neue Programm Amazon Smile. Dadurch kann der Amazon-Kunde 0,5% seines Einkaufswertes an eine von ihm wählbare soziale Einrichtung oder sonstige wohltätige Organisation spenden. Dabei entstehen für den Kunden selbst keinerlei Mehrkosten. Amazon nimmt die Spenden also auf seine eigene Kappe – unserer Meinung nach der endgültige Beweis, dass Amazon verstanden hat, wie man ein gutes Vorbild ist. Nähere Infos zu Amazon Smile findest du auch in diesem Video:

Abschließend möchten wir nun konstatieren, dass wir es sehr begrüßen, dass Amazon eine so erfreuliche Entwicklung genommen hat und dass sich dieses unwahrscheinlich große Unternehmen sich seiner unwahrscheinlich großen Bedeutung und Verantwortung für die Gesellschaft mehr und mehr bewusst wird.

 

Insofern: Adieu altes Amazon – Hallo neues Amazon! 🙂

 

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